Ein Bild vom Kap mit Aphrodite

Zur Abwechslung mal ein gemaltes Bild, von einem unserer Gäste: Blick auf das Kap mit der Statue der Aphrodite von René Küng, gemalt von Gottfried Große. Wie schön, wenn der Urlaub auch als Gelegenheit für kreative Schöpfungen wahrgenommen wird!

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Die Schweber

Die Schweber haben sich in der letzten Zeit zu einer meiner liebsten Insektengruppen hochgearbeitet. Im Frühling und Sommer kann man bei uns mit ein bisschen Geduld eine ganze Reihe an Arten beobachten und fotografieren.

Die gedrungenen, oft stark behaarten Schweber (Familie Bombyliidae) erinnern teilweise eher an Hummeln, gehören aber zu den Fliegen. Ihr auffälligstes Kennzeichen ist ihr charakteristischer, langsamer Schwirrflug, bei dem sie oft auf der Stelle stehen. Im Sitzen werden die Flügel in einem Winkel abgespreizt gehalten. Die Erwachsenen ernähren sich von Nektar und Pollen. Manche Arten schweben dabei im Schwirrflug vor der Blüte, aus der sie saugen. Die Larven leben parasitisch vor allem an den Larven von Hautflüglern, teilweise auch von Fliegen, Heuschrecken oder Schmetterlingen. Das erste Larvenstadium sucht die Wirtslarve oft aktiv auf; spätere Larvenstadien haben keine Beine.

Weltweit sind bislang etwa 5.000 Schweber-Arten in über 200 Gattungen beschrieben worden. Die Schweber treten meist nur in geringen Individuen-Zahlen auf und zählen zu den wenig auffälligen Insektengruppen, so dass wir über viele Arten und Gattungen noch nicht viel wissen. Im Mittelmeergebiet kommen zahlreiche Arten vor; die Bestimmung ist allerdings oft sehr schwierig. Bei uns kann man in Frühling und Sommer eine ganze Reihe von Schwebern antreffen. Meist sitzen sie nicht auf Blüten, sondern auf dem Boden, wo man sie leicht übersehen kann. Außer dem sehr häufigen und auffälligen Kleinen Wollschweber sieht man die meisten Arten eher selten.

Hier ein paar Fotos:


Ein Kleiner Wollschweber im Landeanflug an seiner Lieblingsblume bei uns im Garten, der Kamille. Im Fliegen werden die Hinterbeine wie hier zu sehen auf charakteristische Weise nach oben hinten abgespreizt. Die Wollschweber fliegen sehr langsam und mit gleichbleibender Geschwindigkeit von einer Blüte oder Pflanze zur anderen. Dadurch kann man sie sehr gut beobachten. Wenn man ein bisschen Geduld aufwendet und sich ebenfalls langsam bewegt, kann man sich ihnen leicht annähern.


Bei diesem Schweber handelt es sich um Anthrax aethiops. Die Flügel sind in der vorderen Hälfte schwarz, hinten durchsichtig mit zwei kleinen schwarzen Flecken im hellen Bereich. Der längliche Körper ist schwarz mit einer bleigrauen Hinterleibsspitze, die einen schmalen schwarzen Längsstreifen in der Mitte trägt.


Heteralonia megerlei besitzt dunkle Flügel mit einer kleinen hellen Spitze und einem charakteristisch geformten, eingebuchteten hellen Mal etwa auf der Hälfte des Flügels.


Exoprosopa jacchus mit seinen stark gemusterten Flügeln bei der Paarung. Wie hübsch sie so aussehen!


Hier handelt es sich vermutlich um Exoprosopa minos.


Exoprosopa grandis gehört zu den größeren Schwebern. Der Hinterleib ist trägt sehr kontrastreiche Querstreifen; die Flügel weisen eine grobe helle und dunklere Musterung auf.


Die bleigraue Cytherea obscura sitzt wie die meisten Schweber am liebsten auf dem Boden, wo sie vergleichsweise schwer zu entdecken ist.


Satyramoeba hetrusca ist bei uns mit Abstand der größte Schweber. Der Körper ist schwarz gefärbt mit kleinen weißen Fleckchen auf dem Abdomen. Die Flügel sind im vorderen Bereich deutliche braun getönt.


Die kräftige, stark behaarte Hottentottenfliege sieht auf den ersten Blick kaum wie ein Schweber aus. Ihre Flügel sind nur im vordersten Bereich ganz leicht getönt.

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Eine faszinierende Mörtelgrabwespe

Die Grabwespen-Arten der Gattung Sceliphron (Mörtelgrabwespen) legen getöpferte Lehmnester an, die sie an regengeschützen Stellen an Hauswände oder unter Dächer kleben, oft auch im Innern bewohnter Häuser. Bei uns ist die Art Sceliphron destillatorium häufig anzutreffen.


Die Mörtelgrabwespen kleben ihre Lehmnester gern an Türrahmen oder unter die Decken von offenen Gebäuden.


Hier sieht man, dass das Nest aus kleinen herbeitransportierten Lehm-Portionen zusammengeklebt ist.


Im Innern des Nestes werden mehrere Nistkammern sichtbar.


Hier sieht man die aufgeplatzten Puppen mit den noch nicht fertig entwickelten Tieren darin. Im der obersten Kammer, in der sich keine Wespe entwickelt hat, sieht man die als Nahrung für die Larve hineingelegte Spinne.


Teile der Brutkammern aus sorgfältig verarbeitetem und geglättetem Lehm, eine Made und eine Puppe in ihrem Kokon


Die Mörtelgrabwespe Sceliphron destillatorium besitzt auffällig schwarz-gelb gefärbte lange Beine sowie einen überaus dünnen, gelben „Stiel“ zwischen Vorder- und Hinterkörper. Hier eine Wespe auf ihrem Lehmnest.


Das Baumaterial für ihr Nest sammelt die Mörtelgrabwespe im Garten an Beeten mit frischgegossener Erde. Mit ihren Vorderbeinen kratzt sie feuchte Erde zusammen, die sie zu einem runden Ball formt und dann zu ihrem Nest trägt. Wenn man genau hinschaut, kann man auf dem Foto den Lehmball sehen, den die Wespe mit den Vorderbeinen mithilfe der gebogenen Fühler dreht und formt.


Hier kommt die Wespe mit ihrem Lehmball am Nest an, das sie in unserer Garage baut.


Stück für Stück wird die Brutzelle aus Lehm geformt.


In die fertige Brutzelle trägt die Mörtelgrabwespe eine Spinne als Nahrung für die Larve ein. Sie bevorzugt die großen Gehörnten Kreuzspinnen (Araneus angulatus), deren Bestand sie, wenn sie Anfang des Sommers im Garten überhandzunehmen drohen, sehr effektiv wieder reduziert.

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Glühwürmchen

Im Frühsommer kann man bei uns in warmen, stillen Nächten oft Glühwürmchen beobachten. Die „Glühwürmchen“, oder besser Leuchtkäfer, besitzen die Fähigkeit, durch Biolumineszenz Lichtsignale auszusenden. Bei den meisten Arten leuchten vor allem die Weibchen; Männchen und Larven zeigen oft nur ein schwächeres Leuchten. Die Leuchtsignale dienen dem Anlocken der Geschlechtspartner und sind artspezifisch. Während die drei in Mitteleuropa vorkommenden Arten kontinuierlich leuchten – bei den Männchen teilweise im Flug – machen sich beide auf Naxos vorkommenden Arten durch Blinken bemerkbar. Die Glühwürmchen sind bei uns häufig und können in warmen Frühsommernächten leicht beobachtet werden; auch tagsüber trifft man die Tiere nicht selten an.

Eine weitere Besonderheit vieler Leuchtkäfer ist ihr ausgesprochener Geschlechtsdimorphismus. Während die Männchen wie ein kleiner, brauner Weichkäfer aussehen, sind die Weibchen bei vielen Arten deutlich anders gestaltet. Sie besitzen gar keine oder stark zurückgebildete Flügel und ihr Körper zeigt eine für Käfer völlig untypische gleichförmige Segmentierung, so dass sie eher wie Larven aussehen als wie adulte Käfer. Während die erwachsenen Leuchtkäfer nur wenig oder gar nicht essen, leben die Larven räuberisch; sie erbeuten vor allem Schnecken. Die Weibchen sterben kurz nach der Eiablage. Die meisten Arten sind giftig oder schmecken sehr unangenehm, so dass sie nur wenige Fressfeinde haben.

Die Lichterzeugung erfolgt bei Leuchtkäfern (wie auch manchen anderen Tiergruppen mit Biolumineszenz) mithilfe des Enzyms Luciferase aus einem speziellen Protein, dem Luciferin, unter Verwendung von Sauerstoff und ATP. Die bei dieser Reaktion freiwerdende Energie wird mit einer erstaunlich hohen Ausbeute als Licht abgegeben. Die Leuchtkäfer haben am unteren Teil des Hinterleibs eine lichtdurchlässige Chitinschicht, so dass das Leuchten deutlich zu sehen ist.

Italienischer Leuchtkäfer, Luciola italica

Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Die Arten dieser vor allem in Asien verbreiteten Gattung zeichnen sich durch ihr etwa im Sekundentakt blinkendes Licht aus. Die Weibchen sehen nicht larvenähnlich aus, sondern ähneln den Männchen, sind aber flugunfähig. Sowohl die Männchen als auch die Weibchen senden Lichtsignale aus. Die Männchen leuchten auch im Flug. Der Italienische Leuchtkäfer ist in Südosteuropa heimisch.


Der Italienische Leuchtkäfer ist mit nur etwa 5 mm Körperlänge sehr klein. Er ist bei uns anzutreffen, wenn im Frühling die Nächte wärmer werden: Dann sitzen nachts hier und da die blinkenden Käfer an den Mauern im Garten. Die Lichterzeugung findet bei den Leuchtkäfern in den hinteren Segmenten des Abdomens statt.

Hier ein blinkender Italienischer Leuchtkäfer gefilmt.

Lampyris hellenica?

Die Gattung Lampyris umfasst in Europa und dem Mittelmeerraum etwa 10 Arten. Bei unseren Exemplaren auf Naxos könnte es sich um Lampyris hellenica handeln. Die Merkmale des Männchens scheinen zu passen (nach M. Geisthardt, siehe Quellenangabe unten): eine Körpergröße von etwa 2 cm, kaum erkennbare Rippen auf den Flügeldecken, die Ausbildung der Fühler, des Halsschildes und des letzten Segments des Abdomens. So gut wie sicher ist die Zuordnung zur Gattung Lampyris, obwohl unsere Exemplare hier ebenso wie der Italienische Leuchtkäfer ein blinkendes Licht aussenden, im Gegensatz zum Großen Glühwürmchen (Lampyris noctiluca) und anderen Arten dieser Gattung. Ein kontinuierlich leuchtendes Glühwürmchen habe ich auf Naxos überhaupt noch nicht angetroffen. Leider kann ich zu diesem auffälligen Merkmal keine Informationen finden, was L. hellenica betrifft.


Von der Färbung und Ausbildung des Halsschildes und der Flügeldecken her könnte es sich bei unseren Exemplaren um Lampyris hellenica handeln.


Die Männchen sind mit etwa 2 cm sehr groß und kräftig. Bislang habe ich Männchen dieser Art nur tagsüber gesehen.


Hier dasselbe Exemplar von unten.

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Die Fliegen und die Wanzen gehören auch zum Ganzen…

Hier zwei Vertreter unserer kleineren Nachbarn und Mitbewohner, die ebenfalls unsere Aufmerksamkeit verdienen: der Insekten.


Bei dieser Fliege handelt es sich um eine Raupenfliege, deren Maden parasitisch an Wanzen leben. Viele Raupenfliegen können in der biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden.


Und hier eine Wanze: die hübsche Ritterwanze, deren Zeichnung an ein schwarzes Kreuz erinnert

siehe auch:

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Die schönste Pflanze

Welche Pflanze die schönste ist – da wird man endlos drüber diskutieren können. Ich mag eigentlich fast alle Pflanzen sehr gern, aber natürlich hat man immer ein paar Lieblinge. Zu den Pflanzen, über die ich mich immer besonders freue, gehören natürlich so offensichtlich schöne Arten wie die Krokusse, das Schneeglöckchen und die Orchideen, aber auch eher unauffällige Arten wie die Glockenblumen und die Schneckenklee-Arten.

Wenn ich mich für eine Art entscheiden müsste, dann würde ich aber vermutlich einen kleinen Kreuzblütler wählen, der nicht einmal einen deutschen Namen hat: Malcolmia flexuosa naxense – die auf vielen ägäischen Inseln vorkommende Unterart ist nach Naxos benannt.


Malcolmia flexuosa naxense ist ein eher kleiner, leicht succulenter Kreublütler, der nur in direkter Nähe zum Meer vorkommt.


Diese hübsche Art wächst bei uns direkt vorm Grundstück und an der Kapelle Agios Dimitris. Sie blüht im März und April und bildet dichte Teppiche.


Die Blüten sind von einer zartrosa Farbe und verbreiten einen lieblichen Duft, insbesondere abends.

Natürlich nur eine Art unter sehr vielen, aber eine, die mir besonders das Herz erwärmt. Und – da ich alle Menschen bedauere, die sie nicht persönlich bewundern können – hier wenigstens diese paar Fotos…!

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Die Langhornbiene

Zur Zeit kann man bei uns häufig eine interessante Bienenart beobachten: die Langhornbiene. Es gibt zahlreiche Arten, die zu dieser Gruppe gehören. Hier handelt es sich vermutlich um Eucera longicornis. Die Langhornbiene ähnelt auf den ersten Blick einer normalen Honigbiene; das Männchen ist aber leicht an den sehr langen Antennen zu unterscheiden. Die Färbung des Körpers ist dunkel mit einer hellgrauen bis braunen Behaarung. Die solitär lebenden Langhornbienen stellen Brutnester in der Erde her, in denen sie zu einer Paste vermischten Pollen und Honig als Nahrung für die Larve deponieren. Sie besuchen vor allem die Blüten von Schmetterlingsblütlern wie Wicken und Platterbsen. Die Langhornbienen sind in Europa und Asien weit verbreitet.


Die Männchen der Langhornbienen besitzen auffällige, etwa körperlange Antennen. Sie erscheinen im Frühjahr oft etwas eher als die Weibchen. 


Diese Art sammelt besonders gern den Pollen und Nektar von Schmetterlingsblütlern. Sie schiebt ihren Kopf weit in die Blüte hinein, wobei sich die Fühler zusammenlegen.


Hier sieht man von der Seite den langen, dicken Saugrüssel. Auch die tiefschwarzen Augen der Biene sind gut zu erkennen.

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Regen, Regen, Regen

Nach einem extrem trockenen Winter im letzten Jahr haben wir dieses Jahr das genaue Gegenteil: Es hat seit Anfang Dezember inzwischen bei uns über 1000 mm geregnet! Das ist etwa das Dreifache eines normalen und das Vierfache eines trockenen Jahres. Auch über deutsche Mittelwerte sind wir schon deutlich hinaus. Hier also ein paar Regenbilder:


Bei starkem Regen, von unserem Haus aus geschaut.


Wenn es sehr stark regnet, fließt unser Fluss und es wird massenweise Erde ins Meer geschwemmt.


Hier „unser“ Fluss in Agios Dimitris, da wo er über unsere Straße fließt.


Und was ist das? Hat auch mit dem starken Regen zu tun…


Es handelt sich um die Süßwasserquellen im Meer vor unserem Grundstück, die zur Zeit ganz besonders stark sprudeln.

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Unsere besten Wünsche für das Neue Jahr!

Etwas verspätet, aber deswegen nicht weniger herzlich:

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Naxos im Schnee

Alle Jahre wieder – jedenfalls fast: Letztes Jahr hat es auf Naxos gar nicht geschneit. Nun haben wir für dieses Jahr den ersten Schnee bekommen, und das ist immer eine besondere Freude!


der Koronos-Berg mit Schnee


Hier liegt der Schnee gut 10 cm tief, ist aber stellenweise zu richtigen Schneewehen aufgehäuft.


der Wein zur Abwechslung mal mit Schneedecke


Blick von Norden auf den Zeus-Berg, über das Tal südlich von Apiranthos hinweg

siehe auch:

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