Ausflug nach Trikala, Korinth

Von Athen aus fuhren wir mit unseren Freunden für ein Wochenende zu deren Elternhaus im kleinen Dorf Trikala in 1050 m Höhe auf den Bergen in der Nähe von Korinth. Dort haben wir vor allem den wundervollen Schnee genossen! Am Berg Ziria, der mit fast 2400 m der höchste Berg des Peloponnes ist, liegt ein kleines Skigebiet, das wir gleich am ersten Tag zum Schlittenfahren besucht haben.


Blick auf den höchsten Berg des Peloponnes, die Ziria, gleich beim Dorf Trikala gelegen.


Die Berge sind von Kiefern und Tannen bewachsen.


Beim kleinen Skigebiet gibt es einen tollen Hang zum Rodeln!


Für uns ein seltenes Vergnügen!


die Kirche des Dorfes Ano Trikala


ein mittelalterliches, heute verlassenes Haus im Dorf


im Hof unseres Hauses


Es ist um die minus 8 Grad kalt, und an den Dächern bilden sich lange Eiszapfen.


Efeu mit Schnee!


Am zweiten Tag schneit es fleißig weiter, so dass wir zwar nicht mehr durch die Gegend fahren können oder weite Wanderungen machen, aber für die Kinder ist sowieso das Schlittenfahren die größte Attraktion!


Die Landschaft sieht einfach zauberhaft aus!


Am letzten Tag kommt die Sonne heraus und alles sieht noch schöner aus. Nun liegt Schnee bis unten ans Meer! Im Hintergrund sieht man den Golf von Korinth und die gegenüberliegenden Berge.


Diese Eindrücke bleiben unvergesslich! Am dritten Tag reisen wir mittags wieder ab, nicht nur um den abendlichen Frost zu umgehen, sondern auch weil bei diesem ungewöhnlichen Wintereinbruch die Wasserleitungen, die zum Haus führen, eingefroren sind, was die Dinge doch etwas erschwert… Aber es war ein herrlicher Ausflug – und das beste ist, dass wir erst drei Tage nach Schulanfang zurück nach Hause fahren brauchen, weil es in Naxos auch geschneit hat und unser Schulbus nicht fahren kann…!

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Die Athener Akropolis

Zur Abwechslung waren wir jetzt auch einmal unterwegs, und zwar in der ersten Januarwoche, in der wir Freunde in Athen besucht haben. Gelegenheit für einen kleinen Besuch auf der Akropolis! Wir hatten Glück: zwischen Schnee- und Regentagen hatten wir einen wunderschönen milden, sonnigen Tag ideal zum Sight-Seeing.

Von der Metrostation aus steigt man von Osten zur Akropolis hinauf. Als erstes kommt man am antiken Dionysos-Theater vorbei. Hierbei handelt es sich um das wichtigste Theater Athens, das schon im 5. Jhd. v. Chr. angelegt wurde, damals noch mit einer hölzernen Bühne und ohne Sitzreihen. Der heute sichtbare steinerne Bau stammt aus dem 3. Jhd. v. Chr. und bot Platz für 17.000 Zuschauer. Dem Gott Dionysos zu Ehren wurden einmal im Jahr die mehrtägigen Dionysien veranstaltet, bei denen Opfer ausgeführt wurden, von rituellen Gesängen und Tänzen begleitet. Aus den ekstatischen Tänzen mit Silenen und Satyrn entwickelte sich das antike Theater, die Tragödie (von tragos, Ziegenbock) und die Komödie. Die wichtigen klassischen Tragödien der antiken Dichter Aischylos, Euripides und Sophokles wurden in diesem Theater „uraufgeführt“. Entlang des zum Theater führenden Weges stellten die Gewinner der Theaterwettbewerbe ihre Weihestatuen auf.

Nahe beim Theater stehen die Überreste des archaischen Dionysos-Tempels (aus der Zeit des Athener Tyrannen Peisistratos, 2. Hälfte des 6. Jhd. v. Chr.), in dem die Dionysien abgehalten wurden. Im 3. Jhd. v. Chr. wurde der archaische Tempel zur Zeit des Lykurgos durch einen neuen Tempel ersetzt, in dem eine aus Gold und Elfenbein gefertigte Statue des Gottes stand. Von den Tempeln sind heute nur noch die Grundmauern erhalten.


Das eher kleine, aber sehr wichtige Dionysos-Theater stammt in seiner heute sichtbaren Form aus dem 3. Jhd. v.Chr. Hier wurden die noch heute weltbekannten antiken Tragödien uraufgeführt.


Die hier zu sehende Bühnen-Front des Theaters wurde vom römischen Kaiser Hadrian (130 n. Chr.) gestiftet, der ein großer Philhellene war und mehrere Male nach Athen reiste, und dort wichtige Gebäude errichtete und Tempel renovierte – ebenso wie auch das Dionysos-Theater. Die Bühnen-Front stellt Szenen aus dem Leben des Dionysos dar. Die Athener verliehen Hadrian die Ehrenbürgerschaft und stellten ihm beim Theater mehrere Statuen auf, von denen heute noch die Basen zu sehen sind.

Das Wort akropolis bedeutet „Stadt auf der Spitze“ und wird für auf Hügelspitzen gelegene Festungen verwendet. An der Stelle der Athener Akropolis befand sich seit der mykenischen Zeit eine Festung; die Region war schon seit der Jungsteinzeit besiedelt. In der archaischen Periode wurde die Akropolis nicht mehr als Festung verwendet, sondern zu einem „Götterbezirk“ mit mehreren Tempeln umgestaltet. Nachdem die Perser im Jahr 480 v. Chr. die Tempel der Akropolis zerstört hatten, wurde die gesamte Anlage nach dem Sieg über die Perser von den Athenern wieder aufgebaut. Der Aufbau erfolgte unter Periklis, und die großartigen Bauwerke und Tempel sollten eindrucksvoll die Macht und den Reichtum der Stadt Athen demonstieren, die die Vorherrschaft im Attischen Seebund errungen hatte. Mit dem Bau wurden der Bildhauer Phidias und die Architekten Iktinos, Kallikrates und Mnesikles beauftragt. Der ganze Bezirk war der Stadtgöttin Athene geweiht, die im größten Tempel der Akropolis, dem Parthenon, verehrt wurde. In römischer Zeit wurden weitere Tempel auf der Akropolis errichtet und der Eingang der Festung wurde durch eine stärkere Bastion befestigt. Im 6. Jahrhundert wurde das Parthenon in eine christliche Kirche, nach der Eroberung durch die Osmanen im Jahr 1456 in eine Moschee verwandelt. Erst im Jahr 1687 wurde die Akropolis entscheidend beschädigt, als sie durch die Venezianer bombardiert wurde und das von den Türken im Parthenon angelegte Pulvermagazin explodierte. Weitere Schäden erlitt die Anlage in den Unruhen und Kriegen der darauffolgenden Jahrhunderte, so das Abtragen großer Teile der Friese und Statuen durch den britischen Botschafter in Konstantinopel nach London. Seit den Achtziger Jahren wird die Akropolis in einem aufwändigen Programm restauriert, wozu auch die Errichtung des sehr sehenswerten neuen Museums zählt.

Und hier noch eine kleine Zugabe für die Biologen und Botaniker: Auf der Akropolis wächst eine endemische Pflanze, die nur dort vorkommt, der kleine Lippenblütler Micromeria acropolitana. Diese erst 1906 entdeckte, extrem seltene Pflanze galt viele Jahre lang als ausgestorben, bis sie im Jahr 2006 von einem griechischen Botaniker und seinem Sohn wiederentdeckt wurde.


Der Aufstieg auf den 150 m hohen Felsen, auf dem die Akropolis errichtet ist, führt an zahlreichen antiken Überresten vorbei.


Die Propyläen sind der monumentale Torbau auf der westlichen Seite des Hügels der Akropolis. In ihrer heute zu sehenden Form wurden sie vom Architekten Mnesikles in den Jahren 437 bis 432 v. Chr. errichtet, nachdem das Parthenon vollendet war.


Etwa ein Jahrhundert nach der Errichtung der Propyläen (hier durch die Öffnung zu sehen) wurde vor diesen eine weiteres wehrhaftes Tor errichtet, gleichzeitig mit einer weiteren Verstärkung der Wehrmauern, vermutlich aufgrund Bedrohung durch germanische Volksstämme. Das Tor war über viele Jahrhunderte in Benutzung. 


Hier sieht man die monumentalen, fast 9 m hohen Säulen der Propyläen.


Blick nach Nordwesten über die ehemalige Agora und den im 5. Jhd. v. Chr. errichteten Tempel des Hephästos (heute Theseion genannt, nach dem Athener Helden Theseus), der zu den am besten erhaltenen antiken griechischen Tempeln gehört. Außer dem Hephästos-Tempel lagen auf der Agora („Marktplatz“, Versammlungsplatz der Bürger) zwei weitere Tempel, 6 Säulenhallen, Verwaltungs- und Versammlungsgebäude, eine Bibliothek, eine Münzprägestätte, ein Gerichtshof etc. Auf den Bergen im Hintergrund ist noch ein wenig Schnee zu erkennen.


die Propyläen von der Innenseite

An der Ostseite der Propyläen liegt der kleine Nike-Tempel (errichtet 427 bis 424 v. Chr.), der Athene als Siegesgöttin geweiht. An derselben Stelle stand schon ein kleinerer archaischer Tempel. Der klassische Bau ist im von den Naxioten entwickelten Inselionischen Stil errichtet. Auf dem Fries der hier sichtbaren Ostseite sind die olympischen Götter dagestellt mit Athene in der Mitte neben dem auf einem Thron sitzenden Zeus. Der Tempel wurde von den Osmanen abgebaut und die Bauteile bei der Verstärkung der Befestigung der Burganlage verwendet. Nach der Befreiung Griechenlands wurde der Nike-Tempel aus den zusammengesuchten Bauteilen wiedererrichtet. Zu Beginn des letzten Jahrhunderts wurde das Bauwerk erneut verbessert, nachdem weitere Bauteile gefunden wurde, bis er schließlich im Jahr 2010 an seinen ursprünglichen Ort versetzt und nach den neuesten Erkenntnissen und Methoden erneut wiederaufgebaut wurde.


der hübsche, kleine Nike-Tempel

Der bedeutendste und bekannteste Tempel der Akropolis ist ohne Zweifel das von 447 bis 438 v. Chr. errichtete Parthenon. Es handelt sich um einen dorischen Tempel mit einem vollständigen Säulenumgang mit 8 Säulen an der Schmal- und 17 Säulen an der Breitseite. Die Säulen sind über 10 m hoch und besitzen unten einen Durchmesser von fast 2 m. Innerhalb der Säulen lag der gemauerte eigentliche Tempelbau mit je sechs Säulen an den Schmalseiten. Die Seiten des Tempels sind in der Mitte leicht nach oben gewölbt, außerdem besitzen die Säulen in ihrem oberen Teil eine leichte Schwellung und alle Säulen und Mauern sind leicht nach innen geneigt. Durch diese feinen Abweichungen von der Geraden wirkte das Gebäude leichter und harmonischer; sie bewirken außerdem, dass jeder Stein der Säulen ein wenig anders geformt ist und so seine genau Position lokalisiert werden kann, was bei der Rekonstruktion des Tempels sehr geholfen hat.

Der Innenraum besaß weitere Säulen und mit über 10 m die größte lichte Weite des Mittelschiffs, die bei Tempeln im heutigen Griechenland verwirklicht ist. Im Innenraum stand die mit 11 m Höhe gigantische, vom berühmten Bildhauer Phidias aus Holz und Elfenbein gefertigte Statue der Göttin Athene, die von den Bürgern der Stadt jedes Jahr mit einem neuen, gewebten Umhang versehen wurde. Die Statue der Athene wurde vermutlich im 5. Jhd. n. Chr., nachdem die Stadt Athen ihre Bedeutung verloren hatte, nach Konstantinopel transportiert, wo sich ihre Spur verliert. Der Fries, die Metopen und die Giebel des Tempels waren aufwändig mit heute leider nur noch in geringen Resten erhaltenen, herrlich ausgearbeiteten Skulpturen verziert. Im Tempel wurde auch der Schatz des attischen Seebundes aufbewahrt, zu dem auch die abnehmbare, goldene Verkleidung der Statue gehörte.


Der stolze Tempel des Parthenon bleibt trotz aller Einbußen und Beschädigungen einer der wichtigsten Tempel der griechischen Antike.

Nördlich des Parthenon liegt ein weiterer, kleinerer, aber komplexer ionischer Tempelbau (ab 420 v. Chr.), das nach dem mythischen König Erechtheus benannte Erechtheion. Dieses enthielt eine Statue der Stadtgöttin Athene und das Grab des mythischen Königs Kekrops. Außerdem lag auf dem Tempelgelände eine Felsspalte, in der eine heilige Schlange der Athene leben sollte, und hier stand der Ölbaum, der den Athenern von der Göttin geschenkt worden war, sowie die Salzquelle, die ihr Nebenbuhler Poseidon im Wettstreit um die Schutzherrschaft über die Stadt entspringen ließ. Die Vorhalle des Erechtheions wird statt von Säulen von den sechs berühmten Frauenstatuen, den Karyatiden, getragen.


die berühmten Karyatiden des Erechtheions

Das Gelände der Akropolis umfasste zahlreiche weitere Statuen, Tempelgebäude und Altäre, von denen allerdings nur noch wenig erhalten ist; hier können wir nur einen kleinen Eindruck dieser sehenswerten archäologischen Stätte vermitteln. Schon der Blick über die gigantische Stadt Athen und auf die umliegenden Berge sowie bis zum Meer ist einen Aufstieg auf den Hügel wert!

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Frohes Neues Jahr!

Wir wünschen allen unseren Lesern und allen Lebewesen auf unserer Erde ein Wundervolles Neues Jahr mit viel Regen, Sonnenschein, Licht, Farbe, Schönheit, Hoffnung, Freude und Glück!

Und noch zwei Fotos aus unseren Weihnachtstagen: Wir hatten bei uns wieder viel Regen sowie ein bisschen Hagelgraupel, und auf den Bergen reichlich Schnee!


Selbst ein bisschen Graupel reicht immer noch für einen Schneeball!


Ikaria im Schnee! Fotografiert von unserem Balkon.

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Jetzt aber richtig!

Ich weiß, dass man als Mitteleuropäer nicht ganz nachvollziehen kann, wie herrlich das Thema Regen sein kann, und dass es vielleicht etwas befremdlich wirkt, wie häufig es im Winterhalbjahr in meinem Blog auftaucht. Aber es ist hier nun mal von existenzieller Bedeutung. Wir hatten ja im letzten Jahr einen sehr trockenen Winter, und auch in diesem Herbst hatte es zwar mehrere Male ein bisschen, aber noch längst nicht genug geregnet. Auf den Hügeln rundherum wurden manche Bäume schon besorgniserregend braun, insbesondere die Steinlinde, die sich unter den bei uns vorkommenden Arten als die empfindlichste erweist. Gestern hat sich das Wetter dann doch noch umentschieden und uns einen richtigen Regen beschert. Es hat nicht nur geregnet, sondern geschüttet, und unsere Kinder hüpften begeistert in den Bächen und Strömen auf unserem Grundstück herum (jedenfalls solange bis es anfing zu blitzen und donnern…). Während des starken Regens habe ich keine Fotos gemacht, aber danach ein paar, als es schon wieder zurückging. Also hier noch einmal Überschwemmungsfotos für alle Gäste, die Naxos nur im Sommer kennen:


Bei diesen starken Regenfällen wird immer eine große Menge an Erde ins Meer geschwemmt.

So sehr wir uns auch über jeden Tropfen Regen freuen, muss man doch sagen, dass die Menge an Wasser, die wirlich in die Erde eindringt, nichts damit zu tun hat, wie stark es regnet, sondern wie lange es regnet. Bei diesem Guss ist die Feuchtigkeit etwa 20 cm tief in die Erde eingedrungen – da ist natürlich noch mehr nötig. Hoffen wir, dass es bald wieder regnet! Was an diesem Regen am merkwürdigsten war, ist, dass es wirklich ganz und gar nur bei uns und in Moutsouna (bis etwa 3 km südlich der Ortschaft geregnet) hat. Wie die Wetterstationen in Koronos, Apiranthos, Donoussa und Koufounissi zeigen, hat es dort jeweils nur ein paar Millimeter oder sogar überhaupt nicht geregnet, während unser Regenmesser 110 mm anzeigte!!

Zum Abschluss noch ein Foto von Donoussa, wie man es an einem klaren Tag sehen kann, und ein Sonnenaufgang, inzwischen schon hinter Amorgos – muss auch mal wieder sein!

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Harmonie in Blau


An diesen wunderbaren stillen Herbsttagen ist die kleine Kapelle Agios Dimitris immer ein herrlicher Platz zum Sitzen und Genießen.


der Blick von meinem Lieblingsplatz hinter der Kirche


Farbenspiel im Wasser


vom Strand aus

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Artenporträt: Der Eisstern

Seesterne kommen auf Naxos eher selten vor, während sie in vielen Meeren, vor allem in den kälteren Regionen, den größten Teil der Makrofauna stellen. Seesterne sind gefährliche Räuber, die sich vor allem von Muscheln und Schnecken, aber auch von Krebstieren, Seeigeln, Seegurken, anderen Seesternen und Korallen, sowie seltener von Fischen oder von Algen ernähren. Im Nährstoff- und Plankton-armen Mittelmeer können Seesterne ebenso wie ihre hauptsächlichen Beutetiere, die Muscheln und Schnecken, nur in relativ geringen Zahlen existieren.

Der Eisstern ist eine von sechs Seestern-Arten, die man auf Naxos antreffen kann. Er besitzt eine graugrünliche bis rötliche Farbe und ist zwischen den Algen gut getarnt. Bei uns kann man bis etwa 30 cm große Exemplare finden; der Eisstern ist allerdings einer der größten Seesterne überhaupt und erreicht bis zu 1 m Durchmesser.

Die Seesterne besitzen einen meist fünfteilig-radiärsymmetrischen Körperbau mit einer mehr oder weniger großen Körperscheibe und breiten oder schlanken Armen. Sie besitzen eine ledrige Haut, in die Kalkplättchen eingelassen sind, die das Außenskelett der Tiere darstellen. Ein Teil dieser Platten trägt kleine Stacheln, andere tragen winzige Greifzangen, die Pedicellarien, die der Säuberung der Körperoberfläche dienen. Die Seesterne besitzen einen einfach gebauten Magen, den sie ausstülpen können, so dass sie auch größere Beutetiere verdauen können. Die Atmung läuft über kleine Kiemenpapillen ab, die überall längs der Arme sitzen. Außer einem einfachen, offenen Blutgefäßsystem und einfachen Därmen, die sich in die Arme hineinziehen, ist das wichtigste Organsystem der Seesterne das Ambulacral-System, das aus kleinen Kanälen mit einer proteinhaltigen Flüssigkeit besteht, und das über den hydraulischen Druck die Bewegung der Seesterne ermöglicht. Zum Ambulacral-System gehören die vielen kleinen ausfahrbaren Füßchen, die an der Unterseite der Seesterne sitzen; mit Hilfe dieser Füßchen können die Seesterne ihre Beute fangen und langsam laufen. Die Füßchen heften sich durch klebende Stoffe, die abgesondert bzw wieder aufgelöst werden, so fest ans Substrat, dass die Seesterne mit ihnen sogar Muscheln öffnen können. Das Nervensystem der Seesterne ist sehr einfach mit größtenteils einzeln in die Haut verstreuten Sinneszellen, mit denen sie Berührungsreize, Helligkeit, Wassertemperatur und manche Geruchsstoffe wahrnehmen können.

Der im östlichen Atlantik und im Mittelmeer verbreitete Eisstern besitzt fünf relativ schlanke Arme und eine kleine Mittelscheibe. Die Arme tragen in drei Längsreihen dicke, mit kräftigen Stacheln versehene Höcker.


die Unterseite des Eissterns


Die Oberfläche des Eissterns trägt weißliche bis rötliche Stacheln (auf der Oberseite einzeln stehend, am Rand zu zweit), die von Kränzen winziger Ausstülpungen umgeben sind. Zwischen den Stacheln liegen die zahlreichen, braunroten Kiemenpapillen mit einzelnen, kleineren Stacheln (Pedicellarien, aber ohne Greifzangen) dazwischen.


Hier sieht man schön die ausfahrbaren Ambulacral-Füßchen des Seesterns.

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Regen – der Herbst kommt


Wir haben lange keine Regenwolken gesehen!


Für jemanden, der in Mitteleuropa lebt, ist vielleicht die Schönheit dieses Anblicks nicht direkt erfassbar…


Es wird Zeit – die Büsche sind natürlich schon seit dem Frühsommer im Trockenschlaf, aber inzwischen werden auch viele Bäume braun.


Welche Freude! Der erste Regen, der uns wirklich nass macht! Die Luft füllt sich mit Gerüchen, die Schnecken kriechen hervor, die ersten Rotkehlchen singen im Garten – der Herbst ist da!

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Artenporträt: Der Admiral

Schmetterlinge sind erstaunliche Tiere von ganz besonderer Schönheit. Seit Urzeiten faszinieren sie den Menschen vor allem daswegen, weil sich der zarte Schmetterling mit seinen eleganten Flügeln aus einer gänzlich anders gestalteten, hässlichen, gefräßigen Raupe entwickelt. Diese Metamorphose geschieht während eines Ruhestadiums, der sogenannten Puppe. In mehreren Wochen wird dabei der Körper der Raupe vollständig umgestaltet und der Schmetterling entsteht.

Der Admiral ist einer der häufigeren Schmetterlinge auf Naxos, den man zu allen Jahreszeiten sehen kann. Er gehört zu den Edelfaltern und erreicht eine Flügelspannweite von 6,5 cm. Admirale leben in Nordamerika, Europa und Westasien. Sie verbringen den Winter in südlicheren Regionen als den Sommer; im Mittelmeerraum wandern im Winter Exemplare ein, die den Sommer im nördlichen Mittelmeergebiet verbringen.


Der Admiral ist dunkelbraun gefärbt mit einem orangeroten Streifen über beiden Flügeln und weißen Flecken an der schwarzen Spitze des Vorderflügels.


Der Hinterflügel zeigt an der Unterseite eine bräunliche Tarnfärbung. Die erwachsenen Falter saugen Blütennektar oder den Saft von Früchten.


Die Raupen leben an Brennessel-Pflanzen, ihrer ausschließlichen Nahrung. Sie wohnen in hübschen Blatt-Tütchen, die sie sich sorgfältig mit Hilfe von Seidenfäden zusammenspinnen.


Hier sieht man eine kleine Raupe im geöffneten Blatttütchen; die Raupe hat den Blattstiel an der Knickstelle durchgenagt.


Die Raupen können ziemlich unterschiedlich gefärbt sein; hier eine ältere Raupe.


Die gut getarnte Puppe des Admirals hängt an einem kleinen Gespinst. In der Puppe entwickelt sich die Raupe in einigen Wochen durch einen völligen Umbau des Körpers zum Schmetterling.


Schmetterlinge fallen leicht anderen Tieren zum Opfer, so hier einer Krabbenspinne. Ihre beste Verteidigung ist ihre Tarnung und ihr unruhiger Flug. Manche Arten besitzen außerdem einen unangenehmen Geschmack oder sondern übelschmeckende Sekrete ab.

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Artenporträt: Die Meerzwiebel

Die erste Pflanze, die im Herbst wieder austreibt, meist noch deutlich vor den ersten Regenfällen, ist die Meerzwiebel (Urginea maritima). Ihr Name kommt daher, dass sie vor allem in den wärmsten, meernahen Lagen auftritt. Sie bildet eine dicke Zwiebel, die einer großen Küchenzwiebel ähnlich ist. Ab Ende August wächst aus den Zwiebeln ein bis über einen Meter hoher Blütenstand, eine Traube mit hübschen, kleinen, weißen Blüten, die nach und nach von unten nach oben aufgehen. Erst später bilden sich die dicken, fleischigen Blätter.


Die Meerzwiebeln sind die ersten Blumen, die im Herbst erscheinen, voller Hoffnung auf den ersten Regen.


Auch diese wird es schaffen.

Die Meerzwiebel gehört zu den Scilloideae, einer Unterfamilie der Asparagaceae. Sie ist giftig und sehr bitter und wird deswegen von den Ziegen nicht gefressen. Darum ist sie insbesondere auf stark beweideten Flächen häufig. Sie wächst meist auf Marmor oder Kalkgestein in offener, lockerer Vegetation, vor allem dort, wo kaum etwas anderes gedeiht. Sie kann Trockenheit gut ertragen und kommt vor allem an den trockensten Standorten vor. Die Meerzwiebel ist auf Naxos sehr häufig. Sie ist im ganzen Mittelmeergebiet verbreitet.

Meerzwiebel, Zwiebel

Die Meerzwiebel ist nicht essbar, hat aber pharmazeutische Eigenschaften. Die entscheidenden Wirkstoffe sind herzwirksame Glykoside. Sie wirken herzstärkend, blutdrucksenkend und stark entwässernd. Dementsprechend wurde die Meerzwiebel früher als Herzmittel und bei Wassersucht eingesetzt. Zerstoßen in einem Tuch kann man sie auf schmerzende Ohren und Geschwüre legen. Bei Haarausfall soll ein Auszug aus der Zwiebel ebenfalls wirken. Außerdem wurde sie im Altertum bei Gelbsucht, Krämpfen und Asthma eingesetzt. Schließlich kann man auch ein wirksames Rattengift aus den Zwiebeln herstellen. Sie wurden auch dazu verwendet, Schadinsekten von gespeichertem Getreide fernzuhalten.

Im Altertum betrachtete man die Meerzwiebel mit ihrer großen Kraft zum Wiederaustreiben noch im trockenen Spätsommer als Universalmittel gegen böse Geister und hängte deswegen die Zwiebel über der Haustür auf. Dieser Brauch, den auch Dioskurides und Pythagoras ausübten, hat sich bis heute erhalten: In den Dörfern hängt man die Zwiebeln um die Weihnachtszeit über der Tür auf, wo sie häufig auch ohne Wasser und Erde austreiben und einen großen Blütenstand bilden.

Den Hirten zufolge zeigt uns der Zeitpunkt und die Intensität der Meerzwiebel-Blüte wie der Regen im kommenden Winter ausfallen wird. Die letzten Jahre hat es gestimmt; so haben sie beispielsweise letztes Jahr sehr spät und nur kümmerlich geblüht und so hat es auch geregnet. Dieses Jahr haben wir endlich mal wieder eine reiche Blüte, die früh angefangen hat und sich lang hinzieht, und freuen uns nun auf den Regen. Die ersten Schauer hat es schon gegeben, bei uns allerdings nur ein paar Tropfen.


Je mehr Meerzwiebeln im Herbst blühen, desto mehr wird es im Winter regnen.

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Artenporträt: Der Sphinx-Schleimfisch

Mir gehen so allmählich die Themen für neue Beiträge aus – Es sind ja schon so viele interessante Arten auf der Webseite beschrieben. Da meisten Leser sich diese aber ohne Anlass nicht noch mal anschauen, hatte ich die Idee, in der nächsten Zeit ab und zu mit den Fotos und Informationen, die sowieso schon im entsprechenden Artikel dieser Webseite zu finden sind, ein „Artenprofil“ veröffentlichen, wobei ich, kreuz und quer durchs Tier- und Pflanzenreich hüpfend, einige mir besonders liebe Arten vorstellen möchte. Ich beginne mit dem Sphinx-Schleimfisch.

Die Schleimfische sind kleine, gut getarnte Fische, die in Küstennähe vorkommen und sich meist auf dem Meeresuntergrund aufhalten. Bei uns kann man eine ganze Reihe an Schleimfisch-Arten antreffen, wenn man bei Windstille im seichten Wasser an algenbewachsenen Felsen sucht.


Schleimfische bevorzugen eine abwechslungsreiche Umgebung mit krustigen Kalkalgen und Algen anderer Arten.

Die Schleimfische haben einen länglichen, meist nur bis etwa 10 cm langen Körper mit einem relativ großen Kopf mit fast senkrechtem Profil. Sie schlängeln ihren Körper beim Schwimmen. Ihre großen Brustflossen halten sie oft abgespreizt. Die schmalen Bauchflossen sitzen weit vorn (zwischen den Brustflossen) und sind kräftig ausgebildet; die Schleimfische stützen sich auf sie, wenn sie auf dem Untergrund sitzen. Die Rückenflosse reicht vom Kopf bis zum Schwanzansatz mit einer Kerbung etwa auf der Hälfte.

Parablennius sanguinolentus
An diesem Blutstriemen-Schleimfisch sieht man die saumartige Rücken- und Afterflosse, die schmalen Bauchflossen, die unter dem Körper, und die großen, breiten Brustflossen, die an den Körperseiten sitzen.

Die Schleimfische besitzen keine Schwimmblase und keine Schuppen. Trotzdem können starke Temperatur- und Salzgehalts-Schwankungen vertragen; häufig sitzen sie an kurzzeitig trockenfallenden Plätzen. Eine dicke Schleimschicht schützt die Haut vorm Austrocknen.

Parablennius galerita
Oft sitzen die Schleimfische (hier der Amphibische Schleimfisch) genau an der Wasserlinie, so dass sie zeitweise auf dem Trockenen sitzen.

Typisch für die Schleimfische sind ihre artspezifischen, tentakel- oder geweihartigen Auswüchse, die über den Augen, an der Nase oder auf der Stirn sitzen. Die Färbung der Schleimfische kann je nach Untergrund und Stimmung leicht variieren; die meisten Arten sind durch bräunliche Färbung mit Streifen und Flecken gut getarnt.

Parablennius incognitus
Charakteristisch für die Schleimfische sind die langen, oft verzweigten Tentakel an Augen, Nase und Stirn (hier der Gehörnte Schleimfisch).

Schleimfische sind Allesfresser, die sich von Algen ernähren sowie kleine Invertebraten fangen, die zwischen den Algen leben; außerdem ernähren sich viele Arten auch von Plankton. Bei Störung ziehen sich die Schleimfische schnell in ihre Schlupfwinkel zurück. Oft sieht man nur den Kopf des Fisches, der aus seinem Loch herausschaut. Besonders gern bewohnen die Schleimfische Bohrmuschel-Löcher. Die Weibchen legen den Laich im Wohnloch des Männches ab, wo er von diesem bewacht und verteidigt wird.


Bei Störung ziehen sich die Schleimfische in ihre Schlupflöcher zurück, in die sie sich rückwärts mit dem Schwanz voran einfädeln.


Oft schaut nur der Kopf heraus.

Der Sphinx-Schleimfisch wird bis zu 8 cm groß. Er ist bei uns der häufigste Schleimfisch. Die Männchen im Brutkleid mit sehr intensiver Färbung sehen sehr hübsch aus. Der Sphinx-Schleimfisch besitzt einfache, unverzweigte Auswüchse über den Augen, die etwas länger sind als der Augendurchmesser. Hinter den Augen sitzt ein bläulicher, rot gesäumter Fleck. Der Fisch ist von gelblichbrauner Farbe mit dunkleren Querstreifen, die sich senkrecht über die ganze Körperseite ziehen; dunkle und helle Streifen sind durch feine weiße Linien getrennt. Im Gesicht, auf den Wangen und auf dem Brustflossen-Ansatz trägt der Fisch leuchtend weiße Striche und Pünktchen.

Aidablennius sphinx
Sphinx-Schleimfische haben eine sehr „elegante“ Färbung.

Aidablennius sphinx
Am besten zu erkennen ist die Art am blauen, rötlich umsäumten Fleck auf der Wange.

Aidablennius sphinx
Männchen im vollen Brutkleid; man beachte die große, zweigeteilte, gestreifte Rückenflosse.

Hier geht es zur Seite über alle Schleimfisch-Arten, die hier in Azalas beobachtet werden können.

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