Toter Streifendelfin

Heute haben wir an einem Strand zwischen Moutsoúna und Liónas, am Limnári, einen toten jungen Streifendelfin gefunden. Er ist anscheinend durch den Sturm vor wenigen Tagen an Land gespült worden. Die Schnauze und der Schwanz waren beschädigt bzw angefressen; ob das mit der Todesursache zusammenhängt, oder später geschehen ist, konnten wir nicht erkennen.

Streifendelfine (Stenella coeruleoalba) sind fast weltweit verbreitet und recht häufig. Sie treten oft in großen Gruppen auf und sind muntere Tiere, die gern aus dem Wasser springen. Sie tragen eine auffällige Zeichnung mit einer dunklen Ober- und hellen Unterseite und mehreren Streifen auf den Körperseiten. Sie werden bis zu 2,2 m lang mit einem schlanken Körper und einer kurzen, schmalen Schnauze, die je etwa 40 kegelförmige Zähne im Ober- und Unterkiefer trägt. Streifendelfine sind eine Art des offenen Meeres, die ihre Nahrung in größeren Tiefen sucht (übliche Tauchtiefe um die 200 m). Sie ernähren sich vor allem von Fischen wie Sardinen und Hering, aber auch von Kalamaris. Streifendelfine erreichen die Geschlechtsreife mit etwa 10 Jahren und werden bis zu 50 Jahre alt. Die Jungtiere bleiben etwa 3 Jahre bei der Mutter. Bei der Geburt sind sie schon etwa einen Meter lang. Unser Exemplar war 1,4 m lang, also noch ein Jungtier.

Der Streifendelfin ist die häufigste Delfinart des Mittelmeeres und gilt weltweit als nicht gefährdet. Im Mittelmeer leben etwa 100.000 Exemplare. Ihre größte Bedrohung ist die Fischerei, vor allem durch Schleppnetze, und die Belastung durch giftige Substanzen wie DDT, Schwermetalle und polychlorierte Biphenyle (PCB), die u.a. zu einer Schwächung des Immunsystems führt. Zu Beginn der Neuziger Jahre litten die Bestände des Mittelmeeres zudem unter einer sich schnell ausbreitenden Virus-Erkrankung (Morbilivirus), der viele Tiere zum Opfer fielen, und die seitdem noch zweimal mit einer geringeren Ausdehnung aufgeflackert ist. Abgesehen von diesem traurigen Todfund sehen wir Delfine meist einige Male pro Jahr von unserem Haus aus. Dabei handelt es sich vermutlich meistens um Streifendelfine, obwohl eine Bestimmung aus der Ferne kaum möglich ist. In den letzten Jahren sind die Delfine, die wir gesehen haben, auffällig oft hoch aus dem Wasser gesprungen – früher war mir das nicht so aufgefallen. Das würde für Streifendelfine sprechen.


Heute waren wir mit dem Boot am Limnári, einer Bucht südlich von Liónas, um dort fonorádika, die Dornige Wegwarte, zu sammeln.


Am Strand stießen wir auf einen toten junger Streifendelfin, eine in der Ägäis häufige Delfinart.

Hier gibt es mehr Bilder von unseren Delfinbeobachtungen.

Für die Bestimmung danke ich den Mitarbeitern des griechischen Forschungszentrums für die Rettung und Pflege von Meeressäugern Arion, die sich über die Meldung von Sichtungen von Delfinen und Walen freuen.

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Gute Nachrichten von den Gänsegeiern

Manchmal gibt es doch noch gute Nachrichten. So das Ergebnis der Zählung der Gänsegeier auf Naxos, die am 1. 12. von Mitgliedern der Griechischen Ornithologischen Gesellschaft und anderen Ornithologen durchgeführt wurde. Das Vorkommen der Gänsegeier auf Naxos, einer doch relativ kleinen Insel, ist sehr bemerkenswert. Es ist erstaunlich, dass sich eine ausreichend große Population halten kann, obwohl das Nahrungsangebot (tote Ziegen, Schafe, Esel usw) doch ziemlich begrenzt sein muss. Noch merkwürdiger ist die Tatsache, dass die Geier in den letzten Jahren nicht mehr auf Naxos selbst brüten, sondern auf der kleinen Nachbarinsel Herakleia, auf der es eine große, ungestörte Steilwand gibt, und von der die Geier jeden Tag nach Naxos herübergeflogen kommen.


Gänsegeier auf dem Fanári

Der beste Ort, um die Gänsegeier auf Naxos zu beobachten und auch zu zählen, ist der Pass bei Ágios Trífonas am südlichen Ende des Zeus-Berges südlich von Filóti. Hier kommen die Geier morgens vorbei und fliegen abends wieder zurück, wobei sie sich oft auch niederlassen; in der Nähe werden die Fleischereiabfälle aus Filóti für die Geier ausgelegt. Die Zählung der Gänsegeier fand abends gleichzeitig bei Ágios Trífonas auf Naxos und auf Herakleia statt, um alle Vögel erfassen zu können. Das Ergebnis war überraschend – die höchste Zahl in den letzten 20 Jahren: 37 Vögel auf Naxos und 10 auf Herakleia. Der Bestand der Gänsegeier scheint somit trotz der Kleinheit der Population und der geringen Vermehrungsrate stabil zu sein.


Der Gipfel des Zeus ist einer der besten Plätze um die Gänsegeier von Naxos zu beobachten. Hier der Blick Richtung Süden, zum Pass von Ágios Trífonas und in Richtung der Nachbarinsel Herakleia.


Bei Ágios Trífonas kann man die Geier oft auch sitzen sehen. Foto von Winfried Scharlau

Der Schutz der Geier in Gegenden wie Naxos ist nicht ganz einfach, da er nur in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, insbesondere den Hirten, funktionieren kann. Die Geier sind zwar für die Hirten nützlich, da sie tote Tiere beseitigen, aber das muss den Hirten auch erst mal klar gemacht werden. Außerdem sind Geier durch vergiftetes Fleisch gefährdet, das von den Hirten gegen die Raben ausgelegt wird. Glücklicherweise scheint diese Methode nicht mehr viel angewandt zu werden. Immer mehr auch der Anwohner interessieren sich für die Tierwelt der Insel und sind bereit, ihren Beitrag zu ihrem Schutz zu leisten. Ende September wurde ein junger Geier bei Santorin von einem Ausflugsboot aus dem Meer gefischt, im Zentrum für die Pflege von Wildtieren „Alkyoni“ auf Paros wieder aufgepäppelt und dann erfolgreich auf Naxos wieder freigelassen.


Gänsegeier, Foto von Winfried Scharlau

Ein kurzer Bericht über die Zählung und die Auswilderung (auf griechisch) ist auf der Facebook-Seite Birds of Naxos zu finden.

siehe auch:

zum Weiterlesen:

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Erdbeben südwestlich von Amorgos

Heute Nacht hat ein recht starkes Erdbeben die Kykladen erschüttert. Das Epizentrum lag in 10 km Tiefe bei der kleinen Insel Anhydros zwischen Santorin und Amorgos. Wir haben – wie immer – nichts davon gemerkt: Moutsouna ist gut verwurzelt. Das Beben hat trotz der recht großen Stärke von 4,9 Richter wohl keine Schäden verursacht.

Das Beben gehört zum aktiven Amorgos-Rift, der an der Südost-Seite von Amorgos verläuft und die steile Kante der Insel verursacht, in der das berühmte Kloster Chozoviotissa liegt:


Foto aus Wikipedia, von Kallinikos Lepitkas

Die übrigen Abbildungen stammen von den Webseiten: ZAMG Erdbebenberichte (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Österreich) und ResearchGate

mehr über Erdbeben

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Endlich Regen!


…ohne Worte…

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Fliegen

Und hier noch eine Insektengruppe, deren Bedeutung und Schönheit nicht immer gewürdigt wird: die Fliegen. Sie formen gemeinsam mit den Mücken die Ordnung der Zweiflügler (Diptera), die etwa 160.000 Arten umfasst. Im Gegensatz zu den meisten anderen Insekten besitzen die Zweiflügler, wie der Name sagt, nur zwei Flügel; das hintere Flügelpaar ist zu sogenannten Halteren zurückgebildet, kleinen, keulenförmigen Schwingkölbchen, die der Stabilisierung des Fluges dienen.

Die Fliegen besitzen meist große, gut ausgebildete Augen. Ihre Fühler sind ungewöhnlich: Sie sind kurz und keulenförmig mit einer feinen, seitlich abgehenden Borste (Arista). Die Mundwerkzeuge sind leckend-saugend oder stechend-saugend. Die Fliegen tragen am Kopf, am Körper und an den Beinen auffällige, kräftige Borsten, die ebenso wie die Aderung der durchsichtigen Flügel für die Bestimmung und systematische Einordnung wichtig sind. Sie haben viele unterschiedliche Lebensweisen entwickelt und alle Lebensräume der Erde erobert. Es handelt sich um eine sehr erfolgreiche Tiergruppe, die oft in hohen Zahlen auftritt. Es gibt räuberische Arten, Pflanzenfresser sowie parasitisch lebende Arten. Fliegen zeigen eine holometabole Entwicklung mit einem Puppenstadium. Die Larven besitzen keine Beine und keine Kopfkaspel (Maden).


Die allbekannte Stubenfliege besitzt große braunrote Komplexaugen, einen schwarz und grau längsgestreiften Körper und gelbliche Flecken an den Flügelbasen. Hier sieht man die leckend-saugenden Mundwerkzeuge mit ihrem kissenartigen „Tupfer“, mit dem die Fliege Flüssigkeiten und feine Feststoffe aufnimmt.


Bei dieser Fleischfliege kann man gut die keulenartigen Fühler der Fliegen mit ihrer feinen, in der Mitte entspringenden Borste erkennen sowie die Haftlappen an der Füßen, die der Fliege ermöglichen sich an sehr glatten oder überhängenden Stellen festzuhalten.


Die Schmeißfliege Calliphora vicina besitzt einen metallisch-bläulichen Hinterleib; der Thorax ist blaugrau. Die großen Komplexaugen berühren sich auf der Stirn fast.


Diese kleine Schwebfliege, vermutlich die Art Scaeva pyrastri, zeigt eine charakteristische abschreckende Färbung mit gelben wespenähnlichen Streifen.


Die Igelfliege ist nach ihren besonders langen Borsten benannt. Die Larven parasitieren an den Raupen verschiedener Eulenschmetterlinge.


Manche Fliegen fangen andere Insekten nach Art der Libellen. Diese Raubfliege saugt gerade mit ihrem Stechrüssel eine Stubenfliege aus. Man sieht den langen, schmalen Hinterleib.


Die Olivenfliege ist ein bedeutender Schädling im Mittelmeergebiet. Sie trägt eine auffällige Färbung auf dem Körper.


Und hier noch ein winziger Vertreter: Diese nur 2 mm große gelbe Halmfliege mit ihrer hübschen schwarzen Zeichnung lebt an Gräsern und Sträuchern. Es gibt zahlreiche sehr ähnliche Arten in mehreren Gattungen.

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Ein Großer Fuchs kommt zu Besuch

Heute hatten wir hier ungewöhnlichen Besuch: einen Großen Fuchs – nicht das Säugetier, sondern den Schmetterling. Das war besonders passend, da der Große Fuchs in Deutschland wegen seiner Seltenheit und Gefährdung zum Schmetterling des Jahres 2018 gekürt worden ist, wie ich bei dieser Gelegenheit herausgefunden habe.

Der Große Fuchs Nymphalis polychloros gehört zu den Edelfaltern. Er kommt im Mittelmeerraum und in Asien vor. Bei uns hatte ich ihn bislang noch nicht gesehen. Der Große Fuchs setzt sich meist nicht auf Blüten, sondern saugt lieber an austretenden Baumsäften. Die Raupen leben an Weiden, Pappeln und Obstbäumen.


Glücklicherweise hat sich der Falter ein Weilchen bei uns aufgehalten, so dass ich ein paar brauchbare Fotos schießen konnte. Von der Unterseite ist der Große Fuchs unauffällig braun gefärbt.


Unser Exemplar hier ist schon ziemlich beschädigt. Wie alle Edelfalter setzt der Große Fuchs sich gern zur Sonne ausgerichtet hin.


Die Oberseite der Flügel ist orangebraun gefärbt mit schwarzen Flecken, zwischen denen am Vorderrand helle Flecken sitzen; der Saum des Hinterflügels trägt kleine blaue Streifen.

siehe auch:

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Kamelhalsfliegen

Viele Insekten sind ziemlich unauffällig und leben eher versteckt, so dass man ihre Anwesenheit nur selten bemerkt. Zu diesen gehören die Kamelhalsfliegen, die keine Fliegen (Ordnung Diptera) sind, sondern eine eigene Ordnung bilden, die mit den Netzflüglern verwandt ist.

Weltweit sind etwa 260 Arten Kamelhalsfliegen bekannt; es handelt sich also um eine vergleichsweise sehr kleine Ordnung. Sie kommen ausschließlich auf der Nordhalbkugel vor. Die Kamelhalsfliegen zeichnen sich durch ihren langen „Hals“ aus, von dem sich ihr Name ableitet, und bei dem es sich um das stark verlängerte vorderste Brustsegment handelt. Der Kopf ist eher klein und flach mit kräftigen kauend-beißenden Mundwerkzeugen. Er ist sehr beweglich, was den Kamelhalsfliegen bei ihrer räuberischen Lebensweise nützlich ist. Die Fühler der Kamelhalsfliege sind fadenförmig und bestehen aus sehr vielen winzigen Gliedern. Die zwei identischen durchsichtigen Flügelpaare werden oft dachartig gehalten. Der Körper ist meist schwarz, oft mit weißen oder gelblichen Flecken. Die Weibchen besitzen eine lange Legeröhre, die weit über das Hinteleibsende hinausreicht. Die Kamelhalsfliegen sehen sich alle sehr ähnlich; die Bestimmung der Arten ist schwierig.

Die Kamelhalsfliegen leben in Sträuchern und Bäumen, wo sie kleine Insekten wie Blattläuse jagen. Sie verteidigen ihr Territorium. Die Larven leben meist am Boden. Sie besitzen einen sehr langgestreckten Körper, der außer dem Kopf und dem Prothorax recht weichhäutig ist. Sie können schnell laufen und erbeuten Pflanzenschädlinge wie Borkenkäfer und Bockkäfer; außerdem fressen sie beispielsweise auch die Eier von Nonnen-Schmetterlingen, deren Raupen ebenfalls große Schäden an den Bäumen hervorrufen können. Entsprechend ihrer Ernährungsweise können Kamelhalsfliegen zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt werden. Sie selbst besitzen nur wenige Feine; nur von manchen Vögeln werden sie gefressen. Nachteilig ist beim Einsatz in der biologischen Schädlingsbekämpfung allerdings ihre lange Entwicklungszeit: Das Larvenstadium dauert üblicherweise zwei oder drei Jahre an. Die Entwicklung verläuft mit einer Puppenruhe, d.h. holometabol.


Die Kamelhalsfliegen bilden eine eigene Ordnung. Sie sind an ihrem verlängerten ersten Brustsegment (Prothorax) zu erkennen. Sie leben räuberisch in der Vegetation, vor allem in Sträuchern und Bäumen. Sie treten meist nur in geringen Zahlen auf, so dass man sie nur selten sieht. Die verschiedenen Arten sind sich sehr ähnlich.

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Wanzen

Die Wanzen gehören zu den weniger bekannten und beachteten Insekten. Bei uns kommen eine ganze Reihe von Arten häufig vor; manche wie die Feuerwanze sind sogar sehr häufig und wegen ihrer auffälligen Färbung leicht zu sehen.


Die flugunfähige Gemeine Feuerwanze ist an ihrer charakteristischen rot-schwarzen Färbung zu erkennen, die mich immer an eine afrikanische Holzmaske erinnert.


Beim Pandur tragen das rote Halsschild und die Flügel eine charakteristische schwarze Zeichnung.


Die Braune Randwanze ist an den auffällig zugespitzten „Schultern“ zu erkennen. Der Name leitet sich vom verbreiterten Rand des Hinterleibs ab.


Palomena viridissima ist gänzlich grün gefärbt. Auffällig ist das besonders große dreieckige Schildchen in der Mitte des Rückens.


Auch die Wasserläufer gehören zu den Wanzen. Sie haben sich hervorragend an das Leben auf der Wasseroberfläche angepasst.

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Insekten

Die Insekten gehören zu den allgemein nicht besonders beliebten Tieren; sie werden von den meisten Menschen hauptsächlich als lästig empfunden. Insekten sind jedoch nicht nur sehr interessant, schön und überhaupt faszinierend, sie stellen ohne Zweifel auch die erfolgreichste Tierklasse dar. Sie zeigen nicht nur die größte Artenzahl, sondern erreichen auch bei manchen Arten die höchsten Individuenzahlen aller Tiere, so vor allem die Ameisen. Außer in den Ozeanen kommen sie in allen Lebensräumen der Erde vor und haben sich an eine schier unendliche Vielfalt spezieller Umweltbedingungen und Lebensweisen angepasst. Zahlreiche Arten leben nur auf einer einzigen Pflanzenart; in den tropischen Regenwäldern rechnet man mit bis zu 600 spezialisierten Insektenarten pro Baumart. Außer durch die ökologische Spezialisierung, d.h. die Anpassung an eine bestimmte Lebensweise oder einen bestimmten Lebensraum, haben sich manche Insektenarten auch durch geographische Isolierung gebildet, so bei den Höhlenschrecken, die sich in voneinander isolierten Höhlengebieten über die Jahrtausende in unterschiedliche Arten aufgespalten haben. Bislang sind fast eine Million Insektenarten beschrieben worden, aber die tatsächliche Artenzahl liegt vermutlich um ein Vielfaches höher.

Im Angesicht des beunruhigenden Insektensterbens, dass sich in Mitteleuropa und vermutlich tatsächlich weltweit abspielt, ist es höchste Zeit, dass wir dieser faszinierenden Tierklasse unsere volle Aufmerksamkeit zuwenden und die Bedeutung dieser Mitbewohner unseres Planeten voll würdigen. In der Hoffnung, die Insekten meinen Lesern ein wenig näherzubringen, habe ich diese einführende Seite zusammengestellt, von der man zu den Seiten über die bislang hier bearbeiteten Insektenfamilien gelangt.


Die Stubenfliege gehört zu den am weitesten verbreiteten und häufigsten Tieren der Erde. Sie kommt mit einem weiten Spektrum an Umweltbedingungen zurecht und hat sich auch an die durch den Menschen geschaffenen Habitate angepasst.


Die Rüsselkäfer sind vermutlich die artenreichste Tierfamilie überhaupt. Ein Großteil der Rüsselkäferarten hat sich je an eine einzige Pflanzenart angepasst, so der hier abgebildete Brachycerus barbarus, der aussschließlich an der (im Hintergrund zu sehenden) Meerzwiebel (Urginea maritima) lebt.


Zu den Insekten mit einem sehr begrenzten Verbreitungsgebiet gehört die auf Naxos endemische Höhlenschrecke Dolichopoda naxia.

Die Insekten gehören gemeinsam mit den Spinnen, den Krebstieren, den Tausendfüßlern und den (ausgestorbenen) Trilobiten zu den Gliederfüßern, deren Extremitäten (Beine, Fühler, Taster, Mundwerkzeuge…) wie der Name sagt gegliedert sind. Der Körper der Gliederfüßer besteht aus zahlreichen Segmenten, die ursprünglich alle gleich aufgebaut waren – wie noch bei den Tausendfüßlern -, die aber bei den meisten heutigen Angehörigen dieser Gruppe deutlich unterschiedlich gestaltet sind, wenn auch einige Körperteile und inneren Organe immer noch segmentiert vorliegen.

Bei den Insekten kann man drei Körperabschnitte klar unterscheiden, den Kopf, die Brust (Thorax) und den Hinterleib. Von den ausgeprägten Körpereinschnitten stammt auch der Name „Insekt“, der sich vom lateinischen Wort insectum = eingeschnitten ableitet, was wiederum eine Übersetzung des griechischen Wortes für Insekt, entomon, ist.


An dieser Frühen Heidelibelle kann man gut den dreiteiligen Aufbau des Insektenkörpers sehen, der aus dem Kopf mit den großen Facettenaugen, der dicken Brust mit den drei Beinpaaren und den zwei Flügelpaaren und dem bei den Libellen schlanken und langgestreckten Hinterleib besteht.


Der Kopf einer Mannazikade von oben. Man sieht die kurzen, dünnen Fühler, die weit außen stehenden Komplexaugen und die oberen zwei Stirnocellen (Punktaugen).


Von unten sieht man den langen, dünnen, an den Bauch gelegten Rüssel, mit dem die Mannazikade die Leitbahnen der Bäume anbohrt und den Saft heraussaugt. Die Mannazikade besitzt also saugend-stechende Mundwerkzeuge.


Der lange Saugrüssel der Schmetterlinge hat sich aus den Maxillen gebildet. An diesem Grünen Zipfelfalter sind auch die charakteristischen langen Fühler der Schmetterlinge gut zu sehen.


An dieser Östlichen Weidenjungfer ist gut der Thorax mit seinen drei Bein- und zwei Flügelpaaren zu erkennen.


Der Violette Ölkäfer gehört zu den flugunfähigen Insekten. Seine Flügeldecken sind stark verkürzt, während die Hinterflügel völlig zurückgebildet sind.


Bei den meisten Insekten dient der am Hinterleibsende sitzende Stachel nicht der Abwehr, sondern ist ein Legestachel. Die Larven der Schlupfwespen, hier der Gattung Netelia, leben parasitisch an Insekten oder Insektenlarven. Mit dem langen, dünnen Legestachel legt die Schlupfwespe das Ei direkt an oder in das Wirtstier, auch wenn sie dazu in Blätter, Stengel oder sogar Holz bohren muss.

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Käfer

Die Käfer sind mit etwa 350.000 beschriebenen Arten die größte Insektenordnung. Rund ein Fünftel aller bekannten Tier- und Pflanzenarten sind Käfer, und ihre gesamte Artenzahl wird auf 1 bis 5 Millionen geschätzt. Jährlich werden hunderte neuer Arten beschrieben, vor allem aus den tropischen Regenwäldern. Viele Arten sind in ihrer Lebensweise sehr spezialisiert und beispielsweise an eine einzige Pflanzenart gebunden.

Die Käfer gehören zu den relativ großen und kräftigen Insekten. Im Gegensatz zu den anderen Insektengruppen wird bei ihnen der zweite Körperabschnitt („Brust“) nur aus dem ersten Segment des Thorax gebildet, während die anderen zwei Thoraxsegmente den vordersten Teil des Hinterleibs bilden. Entsprechend sitzen die hinteren zwei Beinpaare und die Flügel bei den Käfern am hinteren Körperabschnitt. Dabei dienen nur die hinteren Flügel tatsächlich dem Fliegen, während die Vorderflügel zu starren, schützenden Deckflügeln umgebildet sind, unter denen die Hinterflügel zusammengefaltet liegen. Beim Fliegen werden die Deckflügel abgespreizt.


Der Kopf der meisten Käfer ist eher klein. Hinter ihm liegt die „Brust“, die nur aus dem ersten Thoraxsegment besteht und das vorderste Beinpaar trägt; ihr Rückenschild wird Halsschild genannt. Die Flügel und die hinteren zwei Beinpaare sitzen am hintersten Körperabschnitt („Hinterleib“), der aus dem mittleren und hinteren Thoraxsegment und den Hinterleibssegmenten besteht. Bei diesem Tier sieht man die zusammengefalteten häutigen Hinterflügel unter den starren, zum Fliegen ungeeigneten Deckflügeln hervorschauen.


Der Feld-Sandlaufkäfer besitzt eine metallisch-grüne Färbung. Von anderen verwandten Arten ist er an der Form und Anordnung der weißen Flecken auf den Flügeldecken zu unterscheiden.


Der flugunfähige Violette Ölkäfer besitzt mehrere interessante Besonderheiten in seiner Lebensweise. Auch sein Körperbau ist ungewöhnlich mit den stark verkürzten Deckflügeln, die den Hinterleib freilassen.


Scarabaeus variolosus betreibt eine aufwändige Brutpflege. Die Eier werden in Erdlöcher abgelegt, in denen der Käfer Dungkugeln als Nahrungsvorrat für die Larven deponiert. Hier sieht man den Käfer wie er eine Dungkugel rollt.


Die schönen, schwer zu bestimmenden Rosenkäfer sind metallisch glänzend mit grüngoldener Färbung. Sie sind auf Naxos häufig anzutreffen.


Der männliche Nashornkäfer trägt ein eindrucksvolles Horn auf seinem Kopf. Der Halsschild ist stark vergrößert mit einer dreihöckrigen Aufwölbung im hinteren Bereich. Kopf, Halsschild, Flügeldecken und Beine sind glänzend dunkelbraun. Auf der Unterseite ist der Körper rostbraun behaart.


Der Veränderliche Widderbock besitzt eine wespenähnliche Färbung, mit der er mögliche Fressfeine abschreckt, indem er vortäuscht wehrhaft und giftig zu sein.


Dorcadion scopolii sieht ein bisschen wie eine Spinne aus. Die Flügeldecken zeigen vier weiße Längstreifen und eine weiße Naht in der Mitte, die sich auch auf Hals und Kopf erstreckt. Dieser Käfer hält sich stets am Boden auf.


Der flugunfähige Rosmarin-Käfer lebt in großen Zahlen auf Rosmarin-Sträuchern, die er weitgehend kahlfressen kann. Dieser kleine Käfer hat eine sehr schöne, metallische Färbung.


Der aus Südostasien stammende Rote Palmrüsselkäfer ist dabei die Palmenbestände des Mittelmeergebiets zu zerstören; er breitet sich unaufhaltsam aus und führt zum schnellen, vollständigen Absterben der Bäume.

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